Es ist Zeit für mehr Bewusstheit. Lightening.

Die sieben Archetypen der Angst

Unser größter Schmerz und unser tiefstes Leid entspringen unbewusst wirkenden Ängsten. Unzählige Konflikte, Krisen und Kriege gehen auf sie zurück.

Bei genauer Betrachtung finden sich in der Menschheit immer nur Variationen der stets gleichen sieben Ängste. Dr. Varda Hasselmann bezeichnet diese als die sieben Archetypen der Angst bzw. die sieben Urängste:

  1. Angst vor Unzulänglichkeit (Merkmal: Selbstverleugnung)
  2. Angst vor Lebendigkeit (Merkmal: Selbstsabotage)
  3. Angst vor Wertlosigkeit (Merkmal: Märtyrertum)
  4. Angst vor Unberechenbarkeit (Merkmal: Starrsinn)
  5. Angst vor Mangel (Merkmal: Gier)
  6. Angst vor Verletzung (Merkmal: Hochmut)
  7. Angst vor Versäumnis (Merkmal: Ungeduld)

Im Gegensatz zu unseren natürlichen Ängsten, die wir bei unmittelbarer physischer Gefahr empfinden, zeigen sich unsere Urängste, selbst wenn keine direkte Bedrohung für Leib und Leben besteht. Dennoch sind sie mit einem Gefühl der existentiellen Bedrohung verbunden.

Jeweils zwei Urängste prägen das Leben eines jeden Einzelnen. Als generalisierte Existenzängste begleiten sie uns ein Leben lang.

Hochmut

Urängste sind nicht ohne weiteres sichtbar, sie bilden aber ein äußerlich wahrnehmbares Merkmal im Verhalten des Menschen.

Der Begriff Merkmal bedeutet: Hieran „merkt“ man, um welche spezifische Angst es sich handelt. Doch das Merkmal ist nur Oberfläche, die eigentliche Angst liegt dahinter verborgen.

Das Angstmerkmal Hochmut zum Beispiel ist bei vielen Menschen an ihrer arroganten Haltung leicht zu erkennen.

Hinter diesem äußerlich unnahbarem Stolz aber sind eine hohe Empfindsamkeit und eine große Angst vor Verletzung verborgen. Jede Kränkung wird ebenso brennend, bedrohlich und lebensgefährlich wie eine echte körperliche Verwundung empfunden. So bestimmt die Angst vor Verletzung das Leben, die Wirkung und das existenzielle Lernen dieser Menschen.

Angststruktur des Menschen

Die Angststruktur des Menschen ist mit einem Baum vergleichbar, die Urängste bilden die Wurzel dieses Baumes.

Wurzel bedeutet hier zweierlei:

Zum Einen ist die Wurzel nicht an der Oberfläche sichtbar und den meisten Menschen nicht bewusst. Zum Anderen nährt und stimuliert die Wurzel den ganzen Baum. 

Die meisten Menschen nehmen ihre Urängste nicht bewusst wahr.

Angst nicht wahrzunehmen, bedeutet jedoch nicht, frei von Angst zu sein. Vielmehr bedeutet es, dass die Urangst noch nicht vollständig in das Bewusstsein gedrungen ist. 

Brille der Angst

Unsere Urängste beeinflussen maßgeblich, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen und auf sie reagieren.

Beispielsweise wird jemand, der das Angstmerkmal Selbstverleugnung in sich trägt, bei der Unzufriedenheit seines Vorgesetzten ein intensives und von Scham geprägtes Gefühl der Unzulänglichkeit empfinden, während eine Person mit dem Angstmerkmal Märtyrertum die Unzufriedenheit als Bestätigung ihrer eigenen Wertlosigkeit interpretiert.

So blicken wir durch eine Brille der Angst und merken es nicht.

Welche Tragweite die Urangst für unser Leben hat, ist uns ebenso wenig bewusst wie das Ausmaß der Angst unserer Mitmenschen. 

Das Aufeinandertreffen der Urängste im zwischenmenschlichen Miteinander führt zu Missverständnissen, Enttäuschungen und Konflikten.

So hat ein Mensch mit dem Angstmerkmal Gier grundsätzlich das Gefühl, dass er nicht (genug von dem) bekommt, was er braucht. Er setzt seine Mitmenschen unter Druck, um das zu erhalten, was ihm nach seinem Empfinden zusteht. Seine dahinter verborgene Angst ist die Befürchtung, einen existentiell bedrohlichen Mangel zu erleiden. Ein Mensch mit dem Angstmerkmal Hochmut wird auf das rücksichtslose Verhalten des Gierigen mit Arroganz und Herablassung reagieren, um seine (Angst vor) Verletzung nicht zu spüren.

Stecken beide Menschen in ihrer Urangst fest, ist eine echte Verständigung nicht mehr möglich.

Selbsterkenntnis

Wer sich selbst beobachten kann, gewinnt Klarheit und die Freiheit, unbewusst wirkende Verhaltensmuster zu verändern.

Wird zum Beispiel erkannt, dass übersteigerte Eifersucht auf das Angstmerkmal Starrsinn und damit auf eine tiefliegende Angst vor Einsamkeit und Verlassenwerden zurückgehen, kann an dieser Wurzel gearbeitet werden, ohne dass der Bezug auf Kindheitserlebnisse notwendig ist. Der Zugang wird schneller und direkter.

Als BewusstheitsCoach unterstütze ich dich dabei, deine beiden Urängste zu erkennen und dich von ihnen Schritt für Schritt zu lösen.

Lightening - drei Punkte

Quellen:

Die sieben Archetypen der Angst  von Dr. Varda Hasselmann und Frank Schmolke. 
Archetypen der Seele von Dr. Varda Hasselmann und Frank Schmolke. 
Welten der Seele von Dr. Varda Hasselmann und Frank Schmolke. 

Dr. Claudia Kuhn

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